Eric Wrede hat ein bemerkenswertes Leben hinter sich. Er hat Germanistik und Geschichte studiert, war DJ in Berlin und Musikmanager bei einer großen Plattenfirma – Westernhagen, Selig und Polarkreis 18 gehörten zu seinen Künstlern. Dann hat er einen radikalen Schnitt gemacht und ist Bestatter geworden. Heute führt er in Berlin mit seinem Team das Bestattungshaus „lebensnah“ und begleitet Jahr für Jahr Hunderte Familien.
Aus dieser Erfahrung heraus sagt Eric etwas, das den Blick auf die ganze Vorsorge verändert. Er sagt: Nimm mal die Überschrift „Tod“ weg. Reden wir stattdessen über Liebe, über Beziehung. Der Satz „Ich habe Angst, dass meine Oma stirbt“ müsse eigentlich heißen: Ich liebe meine Oma und möchte sie nicht verlieren. Und daraus wird bei ihm ein ganz einfacher, berührender Rat: Sag ihr lieber, dass du sie liebst.
Für Eric ist Vorsorge im Kern kein Behördenthema und kein Aktenordner, sondern eine Frage der Beziehung. Es geht darum, den Menschen, die man liebt, die Last abzunehmen, bevor der Ernstfall kommt. Im Gespräch erzählt er, warum wir uns damit trotzdem so schwer tun, warum viele ein schlechtes Gewissen haben, überhaupt beim Bestatter anzurufen, und wie man ein solches Gespräch beginnt, ohne gleich mit dem Tod ins Haus zu fallen. Und er teilt eine überraschende Erkenntnis: dass Hinterbliebene sich später nie an den schönen Sarg erinnern, sondern an etwas ganz anderes.
Ein Gespräch über die Liebe hinter der Vorsorge – und darüber, wie man den Menschen, die bleiben, eine Last von den Schultern nimmt.
Neu in dieser Staffel: „Mutmacher konkret“
Am Ende jeder Folge holen wir das große Thema herunter in den Alltag. Die Psychologin Dr. Nele Stadtbäumer ordnet den jeweiligen Mutmacher-Impuls ein und gibt konkrete Tipps für dein eigenes Leben – klar, warm und praktisch. Nele ist promovierte Psychologin, Trauerbegleiterin und Gründerin von grievy, einem digitalen Begleiter für Trauernde. Am 7. Oktober erscheint ihr Buch „Shades of Grief“ (Edition Michael Fischer / EMF Verlag), in dem sie den vielen Facetten der Trauer nachgeht – einfühlsam und fern von richtig oder falsch.
Über „Sterben & Trauern“
„Sterben & Trauern“ ist kein Podcast über den Tod. Es ist ein Podcast über das Leben. Lea und Michael Reinhard, Tochter und Vater, beide Journalisten, sprechen mit Menschen, die dem Tod begegnet sind – und fragen, was ihre Erfahrungen uns über das Leben verraten. Ohne Pathos, ohne schnelle Lösungen, ohne Floskeln.
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📖 „Sterben ungeschminkt“
📖 „Mit der Trauer weiterleben“
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