• Sterben & Trauern

    Warum das Lieblingswort von Sterbenskranken „Scheiße“ ist …

    Der Tod und das Sterben sind in eine der größten Herausforderungen, denen wir im Leben begegnen. Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass der Schmerz des Abschieds eine individuelle und zutiefst persönliche Erfahrung ist. Wir können diesen Schmerz nicht wegnehmen oder erleichtern. Aber wir können lernen, ihn anzunehmen und ihm Raum zu geben.

    Der Schlüssel, um die Bedürfnisse sterbender Menschen besser zu verstehen und erfüllen zu können, ist  zuzuhören und zu beobachten. Oft äußern Menschen ihre Wünsche und Bedürfnisse nicht direkt, sondern indirekt durch ihr Verhalten oder ihre Emotionen. Es ist wichtig, auf diese Hinweise zu achten und respektvoll darauf zu reagieren. Und wenn wir uns unsicher sind, ist es immer besser, nachzufragen.

    Angst spielt bei Sterbenden eine große Rolle. Es geht aber nicht darum, die Angst zu nehmen – das ist nicht möglich. Vielmehr sollten Begleitende die Angst respektieren. Sterbenskranke haben ein Recht, ihre Ängste, ihren Schmerz und ihren Protest auszudrücken: Das Lieblingswort von Sterbenden ist übrigens „Scheiße“.

    Abschied vor dem ersten Atemzug – Erfahrungen eines Sternenpapas

    In dieser bewegenden Sonderfolge sprechen wir über eine Form des Abschieds, die selten öffentlich Raum bekommt: den Verlust eines Kindes während der Schwangerschaft. Unser Gast Johannes Markmann erzählt von seinem Sohn Fino, der kurz vor dem errechneten Geburtstermin gestorben ist – und davon, wie sich das erste Jahr als Sternenpapa anfühlt. Johannes beschreibt, wie er die Nachricht erlebte, wie die Geburt und der Abschied im Krankenhaus abliefen und wie er gemeinsam mit seiner Frau Sandi in eine völlig neue Realität zurückfinden musste. Wir sprechen darüber, wie unterschiedlich Trauerprozesse bei Müttern und Vätern sein können, wie Beziehungen sich verändern – und wie das Leben weitergeht, auch wenn die Welt still steht.

    Neu im Podcastteam ist Meike Schmid, Journalistin und Mutter von zwei Kindern, die gemeinsam mit Lea durch dieses einfühlsame Gespräch führt. Diese Folge richtet sich an alle, die selbst ein Sternenkind haben, jemanden begleiten, der trauert, oder verstehen möchten, wie Verlust Eltern für immer prägt. Sie bietet Orientierung, Mitgefühl und ehrliche Worte für ein Thema, über das viele erst sprechen, wenn sie selbst betroffen sind.

    Über unseren Gast: Johannes Markmann ist freier Redner für Hochzeiten und Trauerfeiern. Seit dem Tod seines Sohnes Fino begleitet er verstärkt auch Eltern von Sternenkindern – mit einer Sprache, die aus eigener Erfahrung kommt.

    Mehr über Johannes: trauenundtrauern.de

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    Sterben ungeschminkt – unser Generationengespräch über Sterben und Trauern

    Wir möchten euch auch unser Buch zur ersten Staffel von Sterben & Trauern ans Herz legen.

    Darin führen wir offene und bewegende Gespräche mit dem Palliativpsychologen Prof. Ernst Engelke – über das, was Sterben und Trauern in unserer Gesellschaft eigentlich bedeuten.

    Ein Buch voller Einblicke, Empathie und ehrlicher Auseinandersetzung – für alle, die begleiten, verstehen oder einfach genauer hinsehen wollen.

    Verlag Herder

    1. Auflage 2025

    Gebunden

    176 Seiten

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    Mutmacher #8: „Gib deiner Angst Worte“ – mit Susen Tiedtke und Dr. Nele Stadtbäumer

    Susen Tiedtke war eine der besten deutschen Weitspringerinnen – Medaillengewinnerin bei Weltmeisterschaften, Olympiateilnehmerin. Eine Frau, die gelernt hat zu funktionieren, durchzuhalten, zu kämpfen. Doch in diesem Gespräch ist sie aus einem anderen Grund bei uns: Vor gut einem Jahr ist ihr Sohn Max gestorben, mit 17 Jahren, völlig ohne Vorzeichen. Eine unentdeckte Herzerkrankung, keine Warnzeichen.

    Susen nimmt uns mit in die Zeit danach – in den Moment, als aus der Spitzensportlerin, die immer ein Ziel vor Augen hatte, ein Mensch wurde, der sich fragte, was überhaupt noch Sinn ergibt. Sie spricht offen über die Schuldgefühle, die bleiben, obwohl es nichts zu erkennen gab. Über die Sinnfrage, die sich auftut, wenn man sein Kind verliert. Und über das, was ihr geholfen hat, weiterzumachen: der Austausch mit anderen betroffenen Eltern, aus dem sogar eine Freundschaft wurde, und ihre eigene Überzeugung, durch eine frühere Nahtoderfahrung, dass die Verbindung zu Max nicht abgerissen ist.

    Unser Mutmacher dieser Folge heißt „Gib deiner Angst Worte“. Susen hat sich entschieden, nicht zu schweigen, sondern öffentlich über ihren Verlust zu sprechen – vor Kameras, mit Tränen, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Sie erzählt, warum ihr das Reden mehr hilft als das Schweigen, warum sich so viele Menschen aus Hilflosigkeit zurückziehen, wenn es um den Tod geht, und warum sie trotzdem nie aufgehört hat, klare Worte zu finden. Ihr Antrieb: Vielleicht hört jemand zu, dem es ähnlich geht – und merkt, dass es einen Weg gibt, weiterzuleben.

    Ein Gespräch über den größten Verlust, den ein Mensch erleben kann, über den Mut, der Angst Worte zu geben, und über die Frage, was trägt, wenn nichts mehr selbstverständlich ist.

    Dieses Gespräch berührt auch Gedanken, nicht mehr weiterleben zu wollen. Wenn dich das Thema belastet, bist du nicht allein: Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr, kostenlos und anonym erreichbar unter 0800 111 0 111.

    Neu in dieser Staffel: „Mutmacher konkret“

    Am Ende jeder Folge holen wir das große Thema herunter in den Alltag. Die Psychologin Dr. Nele Stadtbäumer ordnet den jeweiligen Mutmacher-Impuls ein und gibt konkrete Tipps für dein eigenes Leben – klar, warm und praktisch. Nele ist promovierte Psychologin, Trauerbegleiterin und Gründerin von grievy, einem digitalen Begleiter für Trauernde. Am 7. Oktober erscheint ihr Buch „Shades of Grief“ (Edition Michael Fischer / EMF Verlag), in dem sie den vielen Facetten der Trauer nachgeht – einfühlsam und fern von richtig oder falsch.

    Über „Sterben & Trauern“

    „Sterben & Trauern“ ist kein Podcast über den Tod. Es ist ein Podcast über das Leben. Lea und Michael Reinhard, Tochter und Vater, beide Journalisten, sprechen mit Menschen, die dem Tod begegnet sind – und fragen, was ihre Erfahrungen uns über das Leben verraten. Ohne Pathos, ohne schnelle Lösungen, ohne Floskeln.

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    Unsere Bücher (beide im Herder Verlag)
    📖 „Sterben ungeschminkt“
    📖 „Mit der Trauer weiterleben“

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